Aktuelle Fälle von sexuellem Missbrauch in Deutschland - Forderungen

In den vergangenen Wochen und Monaten werden immer neue Meldungen über grauenvolle und zahlreiche Fälle schweren sexuellen Missbrauchs öffentlich. In Bergisch Gladbach wurden in einem einzigen aufgedeckten Fall 30.000 neue Spuren zu weiteren Tatverdächtigen gefunden.

Fachberatungsstellen wie Wildwasser Würzburg e.V. kennen Schilderungen von organisierter sexueller Ausbeutung von Mädchen und Jungen seit vielen Jahren. Die Berichte erwachsener Frauen über sexualisierte Folterungen, den Handel mit Video-Aufnahmen davon sowie das Netzwerk der Täter wurden lange als nicht glaubhaft – da nicht vorstellbar! – abgetan und nicht ernst genommen.

Nachdem nun auch Polizei und Politik das Ausmaß sieht bzw. nicht mehr wegsehen kann, muss endlich gehandelt werden!

Eine Strafverschärfung reicht nicht. Die Täter müssen erst gefunden werden, sie agieren weiter fast unbehelligt im Netz und an realen Orten. Es geht vielfach um kleine Kinder, die in diesen Täterkreisen aufwachsen – sie können nicht über das sprechen, was ihnen angetan wird.

Daher braucht es eine echte Investition in Personal bei den Strafverfolgungsbehörden, um die Täter und Täterkreise im Netz zu verfolgen und dadurch Kinderschutz zu ermöglichen. In Nordrhein-Westfalen wurde das personelle Kontingent vervielfacht, die Polizei dort spricht von einem „Datengebirge“. Die Verfolgung der Missbrauchstäter wird mit derselben Dringlichkeit eingestuft wie die Terrorbekämpfung. Dies kann jedoch nur der Anfang sein angesichts des nun behördlich dokumentierten Ausmaßes an entsetzlicher Gewalt an wehrlosen Kindern.

Diese Anstrengung und Prioritätensetzung muss für alle Bundesländer, auch für Bayern, gelten. Es wird viel Geld kosten, den Handel mit Gewaltbildern und mit Kindern selbst zu stoppen, ist aber notwendig.

Parallel bleibt es selbstverständlich weiter wichtig, dass Erzieher*innen und Lehrer*innen, Menschen im Umfeld von Kindern hinsehen und Veränderungen oder Äußerungen ernst nehmen und sich Unterstützung zum Handeln in Fachberatungsstellen oder anderen Institutionen suchen.

 

Die Unversehrtheit unserer Kinder zu schützen muss doch ein zentrales Anliegen der Gesellschaft sein, in der wir leben.

 

 

Zum Weiterlesen: „Strafverschärfung allein bringt nichts – 10 Thesen, die betroffene Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen“ von Prof. J. Feger

https://www.uniklinik-ulm.de/fileadmin/default/05_Uber-uns/Thesenpapier_Kinderschutz_Prof._Joerg_Fegert.pdf

 

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