Verdacht – Eltern & Angehörige

Sie haben den Verdacht, dass jemand in ihrer Nähe sexuelle Gewalt erlebt?

In vielen Fällen geht es um den Verdacht , dass einem Mädchen oder Jungen, deren Mutter, Tante, Großmutter, Bruder oder andere Vertrauensperson Sie sind, sexualisierte Gewalt angetan worden sein könnte. Sie vermuten, dass das Mädchen sexuell missbraucht oder vergewaltigt worden ist oder eine andere Gewalterfahrung vorausgegangen sein könnte.

Mögliche Hinweise

Viele Verdachtsmomente entstehen aufgrund des veränderten Verhalten des Mädchens oder der jungen Frau, die einen aufmerken lassen: eine Jugendliche lässt plötzlich niemanden mehr an sich heran, schläft schlecht oder erbricht sich immer nach dem Essen. Oder ein kleines Mädchen ist auf einmal distanzlos, klettert auch unbekannten Menschen auf den Schoß, weint unvermittelt oder zieht sich oft zurück. Manchmal macht ein Mädchen oder eine junge Frau auch Andeutungen auf Erlebnisse mit Erwachsenen oder älteren Jugendlichen in ihrem Umfeld, die Sie als Vertrauensperson aufhorchen lassen.

Mögliche Fragen

Es entstehen einige Fragen, zum Beispiel:

  • was ist denn da los, wenn die so komisch in der letzten Zeit ist … Vielleicht sollte ich sie mal ansprechen?
  • könnte da etwas sein, das das Mädchen nicht erzählt …?
  • Müsste ich da nicht reagieren als Erwachsene, wenn ich so etwas vermute…?
  • … aber auf der anderen Seite möchte ich ja niemanden falsch beschuldigen …
  • vielleicht könnte ich mit ihr reden – aber wie?
  • was könnte ich denn sonst tun – soll ich vielleicht mit der Mutter sprechen?

Besonders als MUTTER ODER VATER bedeutet es eine ungeheure Belastung, sich der Frage zu stellen, ob das eigene Kind missbraucht worden sein könnte. Oft sind sie in besonderem Maße auf Unterstützung angewiesen, insbesondere dann, wenn sich der Verdacht gegen einen nahen Verwandten richtet. Über die oben genannten Fragen hinaus bewegen Eltern oft Gefühle der Schuld, des Versagens, der Rachegefühle und der Trauer. Gerade als Mutter oder Vater möchten Sie für Ihre Tochter da sein, fühlen sich aber vielleicht eher hilflos oder auch zurückgewiesen.