Jahresbericht 2024

In unserem Jahresbericht geben wir Einblicke in unsere Arbeit: 2024 war Wildwasser Würzburg e.V. für 678 Menschen eine erste Anlaufstelle. In 576 Fällen fanden ein oder mehrere Beratungsgespräche statt. Wir geben einen Einblick wie schwerwiegend und real Gewalt an Mädchen und Frauen und deren Folgen sind und nehmen Stellung zu Femiziden. Zudem haben wir 2024 einen Fachtag zu „Digitaler sexualisierter Gewalt“ ausgerichtet. Lesen Sie hier, was uns 2024 noch beschäftigt hat, wie sich die Zahlen genau verteilen oder mit welchen Anliegen Klient*innen sich an uns gewendet haben.

Filmvorstellung

Am 3. Juni 2025 wird der  Dokumentarfilm „BLINDER FLECK“ von Liz Wieskerstrauch im Kino Central um 18 Uhr gezeigt.

Dieser investigative Film zeigt Kindesmissbrauch in rituellen Gewaltstrukturen auf. Die Autorin wir für eine anschließende Diskussion vor Ort sein.

Weitere Informationen finden Sie über diesen link.

Das Kino Central finden Sie auf dem Bürgerbräu-Gelände im Würzburger Stadtteil Zellerau.

Bestandsaufnahme und Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Diözese Würzburg – Stellungnahme von Wildwasser Würzburg e.V.

Wildwasser Würzburg e.V. begrüßt das Vorgehen der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Würzburg (UKAM), ein Gutachten zur „Bestandsaufnahme und Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Diözese Würzburg“ mit 14 diesbezüglichen Fragen in Auftrag gegeben zu haben. Die am 8. April 2025 vorgestellte Studie nimmt den Bereich der verfolgbaren Straftaten von 1945 bis 2019 in den Blick und macht deutlich, wie Täter*innen über Jahrzehnte innerhalb der Kirche agierten – und geschützt sowie deren Taten verschleiert wurden. Missbrauchshandlungen wurden vertuscht und Betroffene blieben den Täter*innen dadurch ausgeliefert und mit ihrem Leid alleine.

„Bestandsaufnahme und Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Diözese Würzburg – Stellungnahme von Wildwasser Würzburg e.V.“ weiterlesen

Der BR zu Besuch bei Wildwasser Würzburg e.V.

Im März hatten wir hier in der Beratungsstelle ein Filmteam vom Bayerischen Rundfunk. Es wurde ein Beitrag über Partnerschaftsgewalt gedreht, in welchem unter anderem unsere Fachberatungsstelle vorkommt. Eine betroffene Frau hatte auch den Mut, sich mit der Moderatorin zu einem Interview zu treffen. Im untenstehenden link kann man den ganzen Beitrag mit dem Titel: „Liebe, Macht, Gefahr – Tabu Partnerschaftsgewalt“ in der Mediathek anschauen.

STATIONEN: Liebe, Macht, Gefahr · Tabu Partnerschaftsgewalt – hier anschauen

Grundlegende Änderungen beim Fonds Sexueller Missbrauch (FSM)/dem Ergänzenden Hilfesystem (EHS)

Seit 2013 ist das Ergänzende Hilfesystem (EHS) und damit auch der Fonds Sexueller Missbrauch (FSM) eine zentrale Unterstützung für Betroffene von sexualisierter Gewalt und unverzichtbarer Bestandteil des Unterstützungssystems. Laut „Richtlinie für die Gewährung von Hilfen des Bundes für Betroffene sexueller Gewalt“ der Bundesregierung wird das EHS und damit auch der FSM nach dem 31.12.2028 nicht fortgeführt. Erstanträge von Betroffenen sexualisierter Gewalt sind dann nur noch bis 31.08.2025 möglich und Bewilligungen können nur bis zum 31.12.2025 erteilt werden. Faktisch erfolgt damit die Einstellung von EHS und FSM, die verheerende Folgen für Betroffene hat. Das kritisieren BAG FORSA, bff, BKSF, DGfPI und WEISSER RING: Der Fonds Sexueller Missbrauch muss dauerhaft fortgeführt und strukturell abgesichert werden. Die Bundesregierung ist aufgefordert, die Richtlinien für den FSM entsprechend anzupassen und eine nachhaltige Lösung sicherzustellen, um Betroffene weiterhin angemessen zu unterstützen. Eine ersatzlose Einstellung des Fonds darf es nicht geben (Stellungnahme BAG FORSA, bff, BKSF, DGfPI und WEISSER RING).

Auch wir von Wildwasser Würzburg e.V. stellen uns hinter diese Forderungen und möchten uns für eine Weiterführung bzw. für einen Ersatz aussprechen.

Die Stellungnahmen finden Sie hier:

https://beauftragte-missbrauch.de/presse/artikel/995

Die Änderungen können Sie hier einsehen:

https://www.fonds-missbrauch.de/aktuelles/aktuell/aenderungen-beim-ergaenzenden-hilfesystem

Für viele Betroffene von sexualisierter Gewalt in der Kindheit ist der FSM die einzige Möglichkeit, dringend benötigte Hilfe zu bekommen. Ohne ihn bleiben sie erneut ohne Unterstützung, ohne Therapie, ohne Anerkennung.
Seit nunmehr einem Jahr versuchen wir von verantwortlichen Stellen Antworten zu bekommen. Nun gibt es leider traurige Gewissheit und trotz diverser Warnungen, unsere Petition wäre voreilig und würde die Verhandlungen gefährden, müssen wir mit Bedauern feststellen, dass eintritt, was wir und viele andere befürchtet haben: Am 12.03.2025 wurden auf der Homepage des Fonds sexueller Missbrauch die Änderungen und aktuellen Richtlinien beim Ergänzenden Hilfesystem veröffentlicht und die Schließung bekannt gegeben. Die Antragstellung ist nur noch bis zum 31.08.25 möglich, vorbehaltlich einer vorzeitigen Beendigung bei erhöhtem Antragsvolumen. Bereits Monate zuvor erhielten Antragstellende Bewilligungsbescheide zu veränderten Bedingungen, die sehr verunsicherten. Die Inanspurchnahme der Mittel ist unter den neuen Voraussetzungen nur für Menschen möglich, die in der Lage sind, für Wochen und Monate Vorkasse zu leisten. Vorauszahlungsanträge wurden ohne Ankündigung und Transparenz ersatzlos gestrichen. Die Auszahlungen gestaffelt und zeitlich befristet.
Mit 12.841 Unterschriften für den Erhalt des Fonds sexueller Missbrauch habt ihr unsere Petition bisher unterstützt. Ganz lieben Dank für euren großartigen Support. Der FSM darf nicht abgeschafft werden! Gemeinsam können wir immer noch etwas bewegen – jede Stimme zählt!
Wenn du jetzt DREI weitere Personen zur Unterschrift bewegst, können wir die Petition noch einmal wachsen lassen und laut bleiben!   Danke für Eure Unterstützung! Steffi & Michaela
Tour41 e.V. Alle Informationen, Statements von Betroffenen & mehr: https://tour41.net/aktiv/aktuelle-petition-updates/

8. März in Würzburg

Wildwasser Würzburg e.V. feiert den Internationalen Frauentag als Tag für die Stärkung von Frauenrechten, Gleichberechtigung aller Menschen und ein „Leben frei von Gewalt“.

Auch 2025 nahmen Kolleginnen mit dem Banner von Wildwasser Würzburg e.V. an der Demonstration in der Innenstadt teil. Im Vorfeld war uns nicht bewusst, dass es Äußerungen zur Abschaffung des Staates oder zur Leugnung der Gewalt an israelischen Frauen am 7.10.2023 geben würde.

Von diesen Inhalten distanzieren wir uns ausdrücklich. Wir verurteilen sexualisierte und andere Gewalt an Frauen grundsätzlich. Wir stehen für Menschenwürde und die Unversehrtheit aller Menschen ein – egal aus welchem Kulturkreis sie kommen.

Als autonomer Verein werden wir staatlich gefördert und freuen uns über das Vertrauen in unsere Arbeit, weil es uns ermöglicht, viele von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen zu unterstützen.



Fachberatungsstelle

Theresienstraße 6-8
97070 Würzburg

Telefon: 0931 13287
Fax: 0931 13274

E-Mail: info@wildwasserwuerzburg.de

Sprechzeiten

Mo - Do
13:00 - 14:00 Uhr

Di
16:00 - 18:00 Uhr

Do
09:00 - 11:00 Uhr

Offene Beratungszeit

für Mädchen und junge Frauen
mittwochs: 14:00 - 16:00 Uhr

Social Media

Foto Strand/Dünen: www.pixabay.com / Sinousxl  | Foto Leuchtturm: www.istockphoto.com / floridastock | Foto Mädchen: Agentur schwecke.mueller München

Programmierung: Christian Kornacker