Von der Forderung zum Rechtsanspruch – Chancen und Herausforderung für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder
Mittwoch, 25. November 2026, 9:00 – 16:00 Uhr
Ort: Generationenzentrum Matthias Ehrenfried e.V., Bahnhofstraße 4 -6, 97070 Würzburg
Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen: Jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexualisierte Gewalt. Auch psychische, wirtschaftliche, soziale und digitale Gewalt oder (Ex-)Partner Stalking gehören für viele Frauen zum Alltag. Häufig geschieht Gewalt im sozialen Nahraum und bleibt lange unsichtbar.
Anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November 2026 laden wir Sie herzlich ins Generationenzentrum Matthias Ehrenfried e.V. ein.
Gemeinsam kommen wir darüber ins Gespräch, wie Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder wirksam verhindert und beendet werden kann. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Gewalthilfegesetz, das zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Welche Verbesserungen bringt das Gesetz für betroffene Frauen? Welche Herausforderungen ergeben sich für Fachberatungsstellen, Frauenhäuser sowie für Kommunen und Länder bei der Umsetzung?
Darüber hinaus stellt sich das Frauenunterstützungssystem Unterfranken mit seinen Angeboten und Hilfen vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder bestmöglich unterstützt und wie Gewalt durch wirksame Prävention verhindert werden kann.
Mithilfe folgenden Flyers können Sie sich für die Veranstaltung anmelden und einen Workshop wählen.
Zudem finden Sie hier eine vertiefte Beschreibung des Programms, der Workshops und der dazu gehörigen Referentinnen.
Programm
ab 8:30 Uhr Einlass, Anmeldung, gemeinsames Ankommen
09:00 – 9:45 Einstimmung auf den Fachtag durch Musik von Viola Petsch aka circle&wind
Vorstellung des Frauenhilfesystems Unterfranken
Grußworte von
Staatsministerin Ulrike Scharf
Dr. Hülya Düber MdB
Herr Joachim Spatz, 3. Bürgermeister der Stadt Würzburg
9:45 – 10:30 „Von der Lebensrealität zum Rechtsanspruch – Warum Gewaltschutz für Frauen und ihre Kinder mehr braucht als ein Gesetz“
Brita Richl M.Sc. (Psychosoziale Beratung), Dipl.Soz.päd., Leiterin des AWO Frauenhauses Würzburg und der Interventionsstelle
10:30 – 10:45 Musik von Viola Petsch aka circle&wind
10:45 – 11:15 Das Gewalthilfegesetz in Bayern – Bedarfe aus den Frauengewaltschutzeinrichtungen jetzt und in Zukunft
Maria Mayer, Referentin Frauen/Geschlechterpolitik/LGBTIQ, Paritätischer in Bayern
11:15 – 12:00 Podiumsdiskussion zur Bedeutung des Gewalthilfegesetztes für betroffene Frauen und ihre Kinder, für Politik, Kommunen und Frauenhilfeorganisationen
Teilnehmende
• Eva von Vietinghoff-Scheel, Sozialreferentin der Stadt Würzburg
• Maria Mayer, Referentin Frauen/Geschlechterpolitik/LGBTIQ, Paritätischer in Bayern
• Romy Stangl, Menschenrechtsaktivistin, Kolumnistin, Autorin, Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung Haar, Vorstandsfrau One Billion Rising München e.V.
• Laura Senger, Gleichstellungsbeauftragte für den Landkreis Main-Spessart
• Nadine Weiß, Kriminalhauptkommissarin, Polizeipräsidium Unterfranken, Sachgebiet E3 – Kriminalitätsbekämpfung, Beauftragte der Polizei für Kriminalitätsopfer
12:00 – 13:00 Mittagessen
13:00 – 15:00 Workshops
15:00 – 16:00 gemeinsamer Abschluss und Resümee mit den Workshopleiterinnen
Gemeinsamer Fußweg zum Rathaus
16:30 Fahnenhissen anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November vor dem Würzburger Rathaus. Organisatorinnen AWF Würzburg (Arbeitsgemeinschaft Würzburger Frauen & Frauenorganisationen e. V.).
17:00 – 18:00 Menschenkette in der Domstraße in Gedenken an alle Frauen, die in diesem Jahr durch Femizid gestorben sind. Organisatorinnen Zonta Club Würzburg.
Workshop 1 – Häusliche Gewalt und Nachtrennungsgewalt
Akute Krisenintervention und nachhaltiger Gewaltschutz in Frauenhaus und Interventionsstelle
Der Workshop beschäftigt sich mit den Folgen häuslicher Gewalt und den besonderen Herausforderungen von Nachtrennungsgewalt.
Anhand von Fallbeispielen und Erfahrungen aus der Praxis – sowohl von Frauenhaus als auch von Interventionsstelle mit pro-aktiver Beratung – werden die Perspektiven betroffener Frauen in den Mittelpunkt gestellt.
Im Fokus stehen die Bedarfe der Klientinnen und ihrer Kinder sowie die Frage, wie Akteur:innen im Unterstützungssystem wirksam zusammenarbeiten können, um Schutz, Sicherheit und Teilhabe nachhaltig zu gewährleisten.
Wir zeigen auf, welche Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe im Hilfeprozess jeweils bestehen. Ziel ist es, das Verständnis für die Dynamiken von Gewalt zu vertiefen und Möglichkeiten eines wirksamen Gewaltschutzes im Rahmen des Unterstützungssystems unserer Region zu diskutieren.
Angeboten wird der Workshop von den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses und der Interventionsstelle von SkF und AWO.
Workshop 2 – Kinder als Mitbetroffene von häuslicher Gewalt & notwendige Anforderungen an den Gewaltschutz
Isabelle Samtleben, Dipl.Sozpäd (FH), Casemanagerin Childhood-Haus Würzburg, Kinderschutzfachkraft (IseF), Wildwasser Würzburg e.V.
Lea Backhaus, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (UKW/KJP)
Brita Richl, M.Sc. (Psychosoziale Beratung), Dipl.Soz.päd., Leiterin des AWO Frauenhauses Würzburg und der Interventionsstelle
Workshop 3 – Sichere Räume schaffen – Unterstützung nach schwerer interpersoneller Gewalt
Stabilisierung und Wege zu mehr innerer Sicherheit aus Betroffenen- und Beratungsperspektive
Wie kann Beratung, Therapie und Begleitung für Menschen gelingen, die schwere und komplexe Gewalterfahrungen gemacht haben? Der Workshop widmet sich praxisnah der Frage, was Betroffene in der Stabilisierung unterstützt und wie Fachkräfte tragfähige und reflektierte Beziehungen gestalten können.
Neben theoretischen Impulsen wird praxisbezogen gearbeitet. Die Teilnehmenden haben Raum, sich selbst auszuprobieren, typische Beratungssituationen zu reflektieren und eigene Haltungen im Kontakt mit Betroffenen zu vertiefen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für innere Prozesse, Schutz- und Überlebensstrategien sowie Beziehungserfahrungen traumatisierter Menschen zu entwickeln.
Ein Aspekt liegt auf dem Umgang mit Glaubwürdigkeit und Zuschreibungen im Kontext ritueller und organisierter Gewalt sowie auf typische Täterstrategien im häuslichen Umfeld.
Ramona Geupert bringt neben fachlicher Expertise auch eigene Betroffenenperspektive ein. Sie hat in Unterfranken Selbsthilfegruppen für Menschen mit Dissoziativer Identitätsstruktur (DIS) aufgebaut und leitet diese seit vielen Jahren. Janika Schmidt ist Fachberaterin bei Wildwasser Würzburg e.V.
Workshop 4 – Gewalt gegen Frauen mit Migrations- oder Fluchterfahrung
Daniela Helfrich, Traumapädagogin, IN VIA Würzburg
Julia Seeber, B.A. Soziale Arbeit, IN VIA Würzburg
Margarete Kirch, Sozialpädagogin, SOLWODI Würzburg
